Im HPZ werden Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten und Störungen behandelt, die weitgehend das Spektrum der kinder- und jugendpsychiatrischen
Erkrankungen umfassen. Meist sind diese Probleme Grund für die Aufnahme im Heilpädagogisch-therapeutischen Zentrum, oft treten
sie begleitend zur Grunderkrankung auf.
Schwerpunkt der Einrichtung ist die Behandlung von Kindern mit tiefgreifenden Entwicklungsstörungen wie Frühkindlichem Autismus
und Asperger-Syndrom. Weitere häufige Diagnosen sind Störung des Sozialverhaltens sowie der Emotionen, Aufmerksamkeitsdefizit-
und Hyperaktivitätsstörung, Ticstörung, Bindungsstörung, elektiver Mutismus, Einnässen und Einkoten. Ein großer Teil der Kinder
ist in seiner Entwicklung verzögert und leidet unter Störungen des Sprechens und der Sprache sowie Problemen in der Körperkoordination
und Motorik. Häufig zeigen die Kinder Defizite in den schulischen Fertigkeiten, wie z. B. eine Lese-Rechtschreib-Schwäche.
Kinder mit Zwangserkrankung, Essstörungen wie Anorexie und seltener kindlicher Schizophrenie werden ebenfalls behandelt, gegebenenfalls
in enger Zusammenarbeit mit den erstversorgenden Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Das Heilpädagogisch-psychotherapeutische Zentrum wird von einem Facharzt und Lehrstuhlinhaber für Kinder- und Jugendpsychiatrie,
Prof. Dr. Dr. Schmidt, sowie 2 Ärzten in der Facharztausbildung betreut. Zu ihren Aufgaben gehören:
Kinder- und jugendpsychiatrische Diagnostik Jedes Kind wird nach Aufnahme und vor Entlassung körperlich und neurologisch untersucht. Bei Bedarf ist die Erhebung eines kinder- und jugendpsychiatrischen Befundes durch die Kinder- und Jugendpsychiater im HPZ
möglich. Dieser umfasst:
Verhaltensbeobachtung des Kindes,
Interview von Eltern, Kind, Betreuern und Lehrern
Erhebung eines psychopathologischen Befundes beim Kind
Einsatz von Fragebögen zur Erfassung psychischer Auffälligkeiten
Projektive Verfahren und Persönlichkeits-Testung
Leistungsdiagnostik in Zusammenarbeit mit den Psychologen der Einrichtung
Kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung
Die Ärzte beraten Psychologen und Pädagogen bei der therapeutischen und pädagogischen Behandlung, im Umgang mit dem Kind und
seinem Störungsbild sowie bei Auftreten von Problemen. Sie stehen für Gespräche mit den Eltern zur Verfügung.
Ein weiterer Schwerpunkt der kinder- und jugendpsychiatrischen Tätigkeit ist die medikamentöse Behandlung. Eingesetzt werden
vorwiegend Medikamente zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung und einzelner Symptome im Rahmen
der autistischen Grunderkrankung Die Ärzte klären, ob ein Bedarf zur medikamentösen Therapie vorliegt und führen Aufklärungsgespräche
mit den Eltern. Die Pharmakotherapie einschließlich der regelmäßigen medizinischen Kontrolluntersuchungen wird in enger Kooperation
mit niedergelassenen Ärzten durchgeführt.
Grundkonzept auch der kinder- und jugendpsychiatrischen Tätigkeit im HPZ ist die Zusammenarbeit im Team mit Vertretern aller
Berufsgruppen und selbstverständlich mit den Eltern der betreuten Kinder.