|
Pascal ist ein 5 Jahre alter autistischer Junge und besucht seit Sommer einen integrativen Kindergarten. Seine Mutter ist
allein erziehend und hat eine Familienpflegerin seit Pascal 0,5 Jahre alt ist. Die Diagnose Autismus erfolgte, als Pascal
4,5 Jahre alt war und 6 Monate eine Tagesklinik besucht hatte. Frau K. wurde dort im Umgang mit ihrem Sohn angeleitet und
lernte den Alltag strukturiert zu bewältigen. Erst jetzt entwickelte sich eine Beziehung zwischen Mutter und Kind. Laut eigenen
Aussagen konnte sie mit ihrem Sohn zuvor nichts anfangen. Pascal lehnte seine Mutter völlig ab, und nahm keine - für Frau
K. ersichtlichen - Kontakte zu ihr auf. Frau K. zog sich immer mehr aus dem öffentlichen Leben zurück und bekam keine Unterstützung
von Seiten der Ärzte. Pascals ausbleibende Sprache bis zum 3. Lebensjahr wurde damit begründet, dass er halt ein Junge sei.
Auf Anraten der Tagesklinik wird Pascal nun seit September im EIF Projekt betreut. Neben der eigentlichen heilpädagogischen Arbeit mit Pascal wurde immer deutlicher wie wichtig es ist, die einzelnen Hilfsmaßnahmen
zu vernetzen. Im Kindergarten stellte sich zunehmend heraus, dass die Erzieher auf den Weg gebracht werden mussten, einen einheitlicheren
und für alle vertretbaren Erziehungsstil zu finden. Dies setzte jedoch zunächst eine gründliche Aufklärung über das Autismus-Störungsbild
voraus. In einer Teambesprechung wurde daher anhand der erarbeiteten Ziele der Heilpädagogin des EIF-Projektes auf dem Hintergrund
der Behinderung versucht, einen gemeinsamen Nenner heraus zu arbeiten. Die Schwierigkeit bestand darin, sich aus den internen
Konflikten heraus zu halten und nicht als Supervisor tätig zu werden. In der nächsten Zeit stellte sich dann heraus, dass
dieses Teamgespräch sehr wichtig war, da die Kollegen mehr an einem Strang zogen und Pascal in seiner Entwicklung größere
Fortschritte machte.
Parallel dazu fand ein Gespräch mit der Mutter und ihrer Familienpflegerin statt, die Frau K. in erster Linie emotional und
bei der eigenen Verselbständigung unterstützte. Im Laufe des Gesprächs wurde deutlich, dass die Familienpflegerin zwar schon
seit 4,5 Jahren in der Familie tätig war, ihr aber grundlegende Informationen zum Autismus fehlten. Die Beratung wurde dankbar
angenommen, und die Ziele mit Pascal konnten besser nachvollzogen werden.
In nächster Zeit muss für Pascal eine gute Schulentscheidung getroffen werden. Hier rückt die Beratung der Mutter und Erzieherinnen
wieder in den Vordergrund. Da es im Umkreis der Familie keine Schule gibt, die schwerpunktmäßig autistische Kinder betreut,
stehen nun Hospitationen in unterschiedlichen Förderschulen sowie Lehrergespräche an. Mit dem Wechsel des Sozialarbeiters
gibt es nun erneute Verunsicherungen bei Frau K., ob die Maßnahme bis zur Einschulung fortgesetzt wird.
Die Notwendigkeit einer guten Vernetzung mit der Mutter, Familienpflegerin, Erzieherinnen, Therapeuten, Lehrern und Jugendamt
soll am Beispiel Pascal verdeutlicht werden. Pascal hat im letzten Jahr viele positive Entwicklungsschritte gemacht, die
sicherlich auch einen Anteil in der guten Zusammenarbeit der Institutionen finden.
|
|