Bewegungstherapie (Mototherapie)

Drei Turnringe in Großaufnahme

Motopädie - beweglich bleiben

Die Motopädie ist eine Therapie und Unterrichts­form, die psychologische, pädagogische, sport- und erziehungswissenschaftliche mit medizinischen Erkenntnissen und Methoden verknüpft.

Zentraler Ansatz der Motopädie ist die Bewegung, genauer die Wechselwirkung zwischen Kör­per und Psyche des Menschen. Bewegung wird als ein wesentlicher Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung in der Auseinandersetzung des Menschen mit seinem Körper sowie mit dem sozialen Umfeld verstanden. Ziel der motopädischen Arbeit ist es, die Handlungsfähigkeit des Kindes zu erweitern, auf der Grundlage eines positiven Erlebens der eigenen Fähigkei­ten in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, dem Material und dem Partner (Ich-, Sach-, Sozialkompetenz).

Motopädagogik als Erziehungskonzept bei Kindern mit körperlich-organischen Erkrankungen und psychosozialen Störungen

Die Motopädie umfasst Inhalte und Methoden der Motopäda­gogik und Mototherapie. Je nach Arbeitsschwerpunkt und Praxisfeld verfolgt die moto­pädische Arbeit überwiegend einen pädagogisch-präventiven und entwicklungsfördernden Auftrag oder ist therapeutisch-rehabilitierend ausgerichtet. Die Motopäda­gogik als Erzie­hungskonzept zielt darauf ab, Störungen mo­torischer, sozial-emotionaler Art vorzubeugen. Sie versteht sich als Fachgebiet der Pädagogik, das praktisch die wissenschaftlich gestützten Methoden der Erziehung durch Pädagogik anwendet. Die Moto­therapie als Behandlungskon­zept richtet sich an Kinder mit Auffälligkeiten und Störungen, nicht nur körperlich-organischer Ursache, sondern auch bei psycho­sozialen Störungen.

Mototherapie: Verbindung von motorischen, sensorischen, kommunikativen, interaktiven Handlungen

Zwei Beine balancieren auf einem Niedrigseil

Zu den Indikationen gehören Entwicklungsverzögerungen, Bewegungsstörungen, Störun­gen der Körperwahrnehmung, Wahrnehmungsstörungen, Lern-, Leistungs- und Verhaltensstörun­gen, psychische und emotionale ­­­­­­­Auffälligkeiten. Das Behand­lungskonzept der Motothe­rapie ist mehrdimensional ausgerichtet, und so bezieht sich die Diagnose nicht nur auf Beeinträchtigungen im Bewegungs- und Wahrnehmungsbereich, sondern auch auf Persönlichkeitsmerkmale, Ausdrucks- und Verhaltensweisen des Kindes. Sie geht auf emotionale, soziale und motorische Aspekte ein. Es werden nicht nur Störungen und Schwächen des Kindes erfasst, sondern vor allem seine Stärken. Mototherapie findet in Kleingruppen oder als Einzelförderung statt. In Gruppenstunden können gezielte Verbindungen motorischer, sensomotorischer, kommunikativer und interaktiver Handlungen stattfinden. Im Mittelpunkt stehen die Persönlichkeit des Einzelnen und die Formung eines positiven Selbstbildes. In Der Guten Hand gibt es eine Reihe von Mitarbeitern mit motopädischer Weiterbildung, die die Kinder in Alltag und Heilpädagogik fördern können.

Mototherapie ist hilfreich bei Kindern, die ...

  • sich nicht auf ihre Muskelspannung verlassen können
  • sich unfähig fühlen, rhythmisch zu springen oder einen Ball zu fangen
  • ihre Balance nicht finden
  • einen Stift nicht entsprechend führen können
  • sich in Bezug auf ihren eigenen Körper und ihre Umwelt nur schwer zurechtfinden
  • ihre Sinnesempfindungen nicht richtig einschätzen und nutzen können
  • Angst haben, sich an bestimmte Bewegungssituationen heranzutrauen
  • Kontakte vermeiden, Regeln nicht akzeptieren können
  • nicht zur Ruhe kommen und ihre Impulse nicht "im Griff" haben.