Beitrag

Angebote

Soziale Kompetenzgruppen

SoKo - Gruppentraining Soziale Kompetenz im Rahmen der Ambulanten Erziehungshilfen

Indoor-Sandkasten

Viele der durch die Ambulanten Erziehungshilfen betreuten Kinder und Jugendliche haben Schwierigkeiten im Umgang mit anderen und benötigen im Sozialverhalten Unterstützung. Häufig sind die Kinder und Jugendlichen noch nicht in der Lage, altersangemessene Erfahrungen mit Gleichaltrigen zu sammeln, z. B. in Sportvereine oder Gemeindegruppen zu gehen. Daher ist es im Hilfeplan häufig ein vereinbartes Ziel, die Kinder und Jugendlichen in ihrem Freizeitverhalten zu unterstützen und ihnen Hilfestellung im Kontakt mit anderen zu geben.

Häufig fehlt es jedoch an Angeboten, in denen die von uns betreuten Kinder Freundschaften aufbauen können oder ihre Freizeit mit anderen Kindern gestalten können. Für Kinder, die beispielsweise an einer Störung aus dem autistischen Spektrum leiden, eignen sich reguläre Vereine oder Freizeitangebote nur sehr selten als erster Einstieg. Oftmals fehlt den Kindern noch das richtige Handwerkszeug, um sich in Gruppen mit Gleichaltrigen einzubringen und zu positionieren. Aber auch Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen oder anderen psychischen Problemen kommen häufig in regulären Gruppenangeboten nicht zurecht. Diese Kinder benötigen die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen auszuprobieren und entsprechende Kompetenzen zu erwerben.

Zielsetzung der SoKo-Gruppe

"SoKo" ist die Abkürzung für "Soziale Kompetenz" und beschreibt damit die grobe Zielvorstellung des Gruppenkonzepts. Das konkrete Ziel ist es, den Kindern individuelle Hilfestellung zu geben, ihren Möglichkeiten entsprechend ihr Sozialverhalten zu verbessern. Die Themenauswahl der Sozialen-Kompetenzgruppe orientiert sich jeweils an den Bedürfnissen der teilnehmenden Kinder. Denkbar sind beispielsweise folgende Themen:

  • Körpersprache verstehen lernen (Woran erkenne ich, dass jemand traurig ist?)
  • Wie wirkt man selbst auf andere?
  • Wo liegen die Stärken eines/einer jeden? Wo liegen die Schwächen?
  • Wie kommt man mit anderen gut aus?
  • Wie findet man Kompromisse? Wie kann man sich einigen?
  • Was kann man gemeinsam gut spielen?
  • Wie schafft man es, sich auf Neues einzulassen?
  • Was ist Freundschaft?
  • Strategien für Austausch und Kommunikation
  • Wie verhalte ich mich in der Öffentlichkeit (Straßenbahn, Bibliothek, Arzt, etc.)
  • Wie verhalte ich mich beim Einkaufen?

Die Umsetzung dieser Inhalte kann auf vielfältige Weise erfolgen. In aktiven Freizeitgruppen (z. B. Kochgruppen, erlebnispädagogischen Gruppen, sportlichen Angeboten, lebens-praktischen Übungen etc.) ergibt sich die Möglichkeit, die oben genannten Inhalte zu erlernen und auszuprobieren oder im Rahmen von Themenblöcken konkret zu erarbeiten.

Von ausschlaggebender Bedeutung ist hierbei insbesondere die Gruppenzusammenstellung. Inhalte werden auf spielerische Weise und im gemeinsamen Erleben der Gruppe wahrgenommen und erlernt. Die Kinder und Jugendlichen gestalten im Rahmen der Gruppe gemeinsam ein Stück Freizeit und entwickeln dabei ihre Kompetenz im Umgang miteinander weiter. So ist es möglich, die Kinder und Jugendliche aktiv in die Gestaltung einzubeziehen und beispielsweise Themennachmittage in Form einer Halloweenparty oder einer Weihnachtsfeier zu gestalten.

In der Regel folgt der Ablauf jeder einzelnen Sitzung dabei einer festen Struktur, um den Kindern und Jugendlichen einen sicheren Rahmen zu bieten, an dem sie sich orientieren können. Insbesondere Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsproblemen oder Autistischen Verhaltensweisen bietet eine gleich bleibende Struktur Sicherheit und Orientierung. So beginnen beispielsweise alle SoKo-Gruppen mit einer Befindlichkeitsrunde.

Gruppengröße und Gruppenleitung

Die Kapazität einer Gruppe liegt bei maximal 6 Kindern und Jugendlichen, deren Alters- bzw. kognitive Struktur sich ähneln sollte. Jedes Gruppenangebot wird von mindestens zwei pädagogischen Fachkräften betreut, um eine individuelle Betreuung sicherstellen und auf Probleme und Besonderheiten der Kinder eingehen zu können.

Eine Aufnahme in die Gruppe ist bei bestehender Kapazität in der Regel jederzeit möglich. Konkrete Einstiegstermine werden mit den Gruppenleitern vereinbart um Gruppenprozesse, beispielsweise die Arbeit an einem Themenblock nicht zu stören.

Umfang und Kosten

Der zeitliche Umfang beläuft sich auf zwei Zeitstunden an einem Nachmittag in der Woche im 14-tägigen Rhythmus. Die Kosten von vier Fachleistungsstunden pro Gruppennachmittag (auf Grund von zwei Fachkräften) werden auf die teilnehmenden Kinder umgelegt. Bei einer Gruppe mit vier Kindern wird beispielsweise für jedes Kind lediglich eine Fach-leistungsstunde abgerechnet. Dies variiert selbstverständlich mit zunehmender oder abnehmender Teilnehmerzahl nach unten bzw. oben.

Die Dauer der Gruppenteilnahme orientiert sich an der Maßnahme der Ambulanten Erziehungshilfen und wird individuell im HPG festgelegt. Es ist jedoch möglich auch nach Abschluss der Maßnahme weiterhin an der Gruppe teilzunehmen. Hierbei werden die Stunden für die Ambulante Erziehungshilfe auf die Gruppenteilnahme reduziert. Eine Gruppenteilnahme von mindestens einem halben Jahr wird jedoch vorausgesetzt um eine hohe Fluktuation zu vermeiden.

Hierbei wird das Gesamtkonzept um regelmäßige Elternkontakte ergänzt um den Transfer in den Alltag zu unterstützen, in der Regel wird mindestens vierteljährlich ein Elternkontakt von ca. 1 Stunde stattfinden.