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Ambulante Dienste

Eltern erzählen

Ich war so froh, dass mich endlich jemand als besorgte Mutter eines bzw. zwei schwierigen/r Kindes/r ernst nahm, mir zuhörte und ich nicht den Satz "... es wird sich schon auswachsen ...", den ich so oder so ähnlich so oft gehört hatte, zu hören bekam. Bereits vor der Begegnung mit der Stiftung Die Gute Hand war ich schon längere Zeit auf der Suche nach einer Erklärung, warum mein älterer Sohn irgendwie komisch und auffällig in der Schule war, allgemein Schwierigkeiten hatte. Ich fand aber niemanden, der mir eine ernst zu nehmende Hilfestellung anbieten konnte. Erst als der Hort meines jüngeren Sohnes mich darauf ansprach, dass mein Sohn sehr kribbelig sei und einen Kontakt mit  Stiftung Die Gute Hand empfahl, fand ich Personen, die mir zuhörten und mich in meiner Problematik ernst genommen haben. Das war damals nach 11 Jahren das erste Mal.

Beide Kinder wurden in der Diagnostisch-heilpädagogischen Ambulanz getestet. Mein älterer Sohn bekam aufgrund meiner Schilderungen, die als besonders dringlich eingestuft wurden, sehr schnell einen Termin zu einer diagnostischen Untersuchung. Diese Untersuchung hat mir damals sehr gut gefallen, da sich der Kinder- und Jugendpsychiater sehr gut auf meinen Sohn, aber auch auf uns Eltern einstellen konnte. Er vermittelte eine Art Normalität. Mein Sohn wurde ernst genommen. Er wurde sehr einfühlsam, aber dennoch unter Maßgabe klarer Regeln untersucht und befragt, so dass er gut mitmachte und sich zu keinem Zeitpunkt bedrängt gefühlt hat. Am Ende bekamen wir vorläufige Ergebnisse und eventuelle notwendige Maßnahmen. Kurze Zeit später bekam ich einen Anruf der Leiterin der Diagnostisch-heilpädagogischen Ambulanz, die mir mitteilte, dass weitere diagnostische Untersuchungen notwendig seien. Sie arrangierte die Termine mit weiteren Spezialisten der Uniklinik. Es folgte ein stationärer Aufenthalt meines Sohnes in der Uniklinik.

Heute wissen wir, dass mein Sohn eine Zwangsstörung mit stark autistischen Verhaltenszügen hat. Mein zweiter Sohn wurde etwas später untersucht. Bei ihm wurde nach 3 Untersuchungen eine schwache ADHS-Störung diagnostiziert. Verschiedene Nachgespräche gaben mir erste "Handlungsanweisungen" als Hilfestellung im Umgang mit meinem jüngeren Sohn. Es wurde mir empfohlen, meinen Sohn mit Hilfe einer Heilpädagogischen Kleingruppe die notwendige Unterstützung zu geben. Da zu diesem Zeitpunkt kein solcher Platz frei war, kam mein Sohn auf die Warteliste. In der Zwischenzeit wurde telefonisch der Kontakt gehalten. Heute besucht mein älterer Sohn noch immer die Krankenhausschule, da es schwierig ist, für ihn eine passende Art der Beschulung zu finden, eine Erfahrung, die viele Eltern in meiner Situation machen. Neben unterschiedlichen Therapieformen bekommen wir Unterstützung eines Mitarbeiters aus den Ambulanten Erziehungshilfen, der an zwei Tagen in der Woche drei Stunden vor Ort in und mit uns als Familie arbeitet. Er hilft uns, Regeln zu formulieren, Tagesabläufe festzulegen und diese einzuhalten, zu kontrollieren und zu besprechen. Darüber hinaus hat er mir noch einmal die Störungsbilder meiner Kinder genau erklärt und somit für mich eine bessere Basis des Verständnisses ihrer Verhaltensweisen geschaffen.

Diese Hilfestellung gibt mir Sicherheit im Umgang mit meinen Kindern (in konkreten Situationen), hilft mir, meine Kinder besser zu verstehen und somit besser mit ihnen (in kritischen Situationen) und meinen eigenen Ressourcen umgehen zu können. Die Stiftung Die Gute Hand hat uns eine konkrete und verbindliche Hilfestellung geboten. Ich bin in der gefühlten Problematik mit meinen Kindern ernst genommen worden, es wurde mir signalisiert: "ja, es muss etwas passieren, das ist nicht normal." Alle uns betreuenden Mitarbeiter der Stiftung Die Gute Hand waren sehr nett und einfühlsam. Das hatte ich so nicht erwartet. Unser gemeinsames Leben ist immer noch nicht einfach, aber ich merke, dass wir uns positiv in die richtige Richtung bewegen. Dies hätten wir ohne die Hilfe der Stiftung Die Gute Hand nicht geschafft!