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Einrichtungen und Dienste

Jugendwohngruppe für unbegleitet minderjährige Ausländer (umA)

Eingang des Ludwig-Wolker-Hauses

In unserer Jugendwohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) leben sechs männliche Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren.

Die Bewohner werden von erfahrenen und kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund um die Uhr betreut und ihrem Alter und Entwicklungsstand gemäß auf die spätere Selbstständigkeit vorbereitet. Die Gruppe wirtschaftet nach dem Selbstversorgungsprinzip. Jeder Bewohner verfügt über ein Einzelzimmer, das er sich seinen Wünschen entsprechend einrichten kann.

Zielgruppe

Unbegleitete minderjährige Ausländer im Alter von 14 bis 18 Jahren, die nach einer z. T. sehr gefährlichen und belastenden Flucht aus ihren Herkunftsländern in Deutschland Schutz und Ruhe suchen; häufig verbunden mit traumatischen Erfahrungen und Belastungen, sozialen und emotionalen Auffällig­keiten und anderen psychischen Beeinträchtigungen.

Entwicklungsziele

Die Arbeit mit unbegleiteten, minderjährigen Ausländern ist neben der üblichen Arbeit, die in Wohngruppen der Erziehungshilfe zu leisten ist, von besonderen sprachlichen, emotionalen und soziokulturellen Herausforderungen gekennzeichnet. Insbesondere gilt es, diese jungen Menschen bei der Bewältigung der folgenden Aufgaben zu unterstützen und zu fördern:

  • Unterstützung bei der Orientierung in einer neuen örtlichen und kulturellen Umgebung
  • Hineinführen in die neue Umgebung, um sich zurecht zu finden
  • Unterstützung bei der örtlichen Orientierung
  • Sich vertraut machen mit mitteleuropäischen Normen und Werten, sowie von Kulturtechniken bei größtmöglicher Akzeptanz der eigenen Werte, Normen und Sitten

Spracherwerb

  • Gezielte Unterstützung, um Zugang zu geeigneten Maßnahmen des Spracherwerbs zu erhalten
  • Sprachmittlung im Alltag der Wohngruppe

Schul- und Ausbildungssituation

  • Unterstützung, um einen geeigneten Bildungszugang zu erhalten

Gesundheitsversorgung

  • Wegweiser in unserem Gesundheitssystem sein und Kontakte zu geeigneten (Fach-)Ärzten herstellen
  • Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Krankenhilfe

Ganzheitliche Begleitung nach traumatischen Erfahrungen

  • Je nach Resilienz können besondere, außergewöhnliche Ereignisse zu schweren, persönlichen Belastungen führen, möglicherweise auch zu einer behandlungsbedürftigen, posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).
  • Jedoch führt nicht jede Traumatisierung auch zu einer PTBS. Es können auch andere psychische Symptome als Traumafolgestörungen auftreten, wie z. B. Depression, Psychose, Angststörung, Zwänge. Das frühzeitige Erkennen von Traumafolgestörungen bzw. einer PTBS spielt für die Frage der pädagogischen Herangehensweise eine bedeutsame Rolle. In diesem Zusammenhang bedarf es auch der Unterstützung der jungen Menschen, um Möglichkeiten zu finden die eigene Fluchtgeschichte aufzuarbeiten, z. B. über Kontakte zum Zentrum für Folteropfer.
  • Kontakte zu geeigneten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Traumatherapeuten und Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie herstellen

Unterstützung bei aufenthaltsrechtlichen Fragen

  • Netzwerk zu Beratungsstellen der Flüchtlingshilfen und versierten Rechtsanwälten nutzen, um abzuwägen welche Schritte in asyl- oder ausländerrechtlichen Verfahren zu gehen sind
  • Themen können u. a. Klärung der Verbleibensberechtigung und Hilfestellung bei ausländerrechtlichen Regelungen sein.

Unterstützung bei Kontakten nach außen

  • Befähigung beim Aufbau sozialer Kontakte außerhalb der Jugendhilfeeinrichtung
  • Unterstützung beim Kennenlernen geeigneter Freizeitangebote um soziale Integration zu fördern

Individuelle Leistungen

  • Individuelle, umfassende psychologische Diagnostik
  • Neurologische und kinder- und jugendpsychiatrische Begutachtung (optional)
  • Individuelle, pädagogische Betreuung
  • Herkunfts- und Biographiearbeit
  • Kontinuierliche Zusammenarbeit mit allen am Erziehungsprozess Beteiligten
  • Halbjährliche Erstellung von Erziehungs- und Behandlungsplänen und deren Revision
  • Individuelle, ressourcenorientierte Hinführung zur Verselbstständigung und eigenständigen Lebensführung
  • Eine Klasse unserer Förderschule Die Gute Hand - Außenstelle Haus Hermann-Josef Köln (optional)