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Einrichtungen und Dienste

Ambulant Betreutes Wohnen

Eine Hand lässt einen Papierflieger in den blauen Himmel fliegen

Das Ambulant Betreute Wohnen begleitet die Bewältigung der Anforderungen des Lebensalltags und die Förderung der hiermit verbunden psychosozialen und kommunikativen Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten durch:

  • soziale Begleitung und Beratung (Alltagsassistenz und Lebensberatung)
  • psychosoziale Hilfeleistung (Förderung, Begleitung und Alltagshilfe in Formen der Einzelhilfe, soziale Angebote und Gemeinwesenarbeit, Vorhalten eines sozialen Netzwerkes)
  • Ermöglichung von sozialer Teilhabe
  • Beratung und Unterstützung (Gestaltung einer sinnvollen Tagesstrukturierung und Beschäftigung bzw. Arbeitsintegration)

Die Teilnehmer müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • ein ausreichendes Maß an Selbstständigkeit, um eine eigene Wohnung zu versorgen bzw. diese Versorgung mit ambulanten Hilfen sicherstellen zu können;
  • eine ausreichende Motivation für ein Leben in einer eigenen Wohnung bzw. eine ausreichende innere Stabilität;
  • ein ausreichendes Maß an Lernfähigkeit, um erforderliche Alltags- und Lebenstechniken für ein eigenständiges Leben zu erwerben;
  • die Bereitschaft und Fähigkeit, Hilfen des betreuten Wohnens anzunehmen bzw. sich Unterstützung zu holen;
  • Motivation/Bereitschaft zur Schul- und/oder Arbeitsintegration.     

Rote Rosen an der weißen Wand des Wohngebäudes

Zielgruppe

Die Angebote richten sich an Menschen mit autistischer Behinderung (High-Functioning-Autismus und Asperger-Syndrom) ab 18 Jahren. Kennzeichen der Behinderung sind die Beeinträchtigung der Wahrnehmungsverarbeitung und die tiefgreifende Beziehungs- und Kommunikationsstörung.

In den Regionen Köln und dem Oberbergischen Kreis sowie optional in Leverkusen und dem Rheinisch-Bergischen Kreis wird den betroffenen Menschen durch fachlich kompetente Betreuung ermöglicht, ihr Leben so weit wie möglich selbstständig zu führen.

 

Das Ambulant Betreute Wohnen ...

  • unterstützt die Auseinandersetzung mit der eigenen Behinderung und die Entwicklung eines individuellen Lebenskonzeptes
  • fördert die ihren Möglichkeiten entsprechende autonome Bewältigung lebenspraktischer Aufgaben und
  • unterstützt die berufliche Förderung und die angemessene Eingliederung in den Arbeitsmarkt
  • wirkt auf die Reduzierung und Kontrolle autistischer Symptome und Verhaltensweisen hin
  • unterstützt bei der Schaffung und Aufrechterhaltung von Kontakten
  • vermittelt Sicherheiten im sich ständig verändernden Lebensumfeld
  • fördert eine altersgemäße Beziehungsgestaltung zur Familie

Möglichkeiten des Ambulant Betreuten Wohnens 

1. Klassisches Setting - Leben in der eigenen Wohnung

In der klassischen Form des Ambulant Betreuten Wohnens leben die Menschen in von sich selbst angemieteten Wohnungen und werden, je nach der Anzahl der bewilligten Fachleistungsstunden, pädagogisch unterstützt. Die Betreuung findet je nach der gemeinsam vereinbarten Zielsetzung in der Wohnung oder in der vertrauten Umgebung des Betreuten statt. 

2. Ambulant Betreutes Wohnen unter einem Dach 

Ein weiteres Modell ist das Ambulant Betreute Wohnen unter einem Dach in Wipperfürth und Köln. Die Menschen wohnen in Einzelwohnungen oder häufig in Zweier- bzw. Dreier-Wohngemeinschaften zusammen, wobei meist alle Miter in diesen Häusern von uns ambulant betreut werden. In diesen Häusern ist ein Mitarbeiterbüro untergebracht, teilweise auch Räumlichkeiten für Gruppenangebote und jeweils einen Garten bzw. Außenbereich. So kann der Tagesablauf direkt mit dem Betreuten strukturiert und ihm kann über den Tag verteilt Unterstützung angeboten werden. Ein weiterer Vorteil ist es, dass sich eine Isolation oder der übermäßige Rückzug in autistische Spezialinteressen durch die regelmäßigen Kontakte mit den Mitarbeiterin vermeiden lässt. Somit kann die Selbstständigkeit, Teilhabe und Lebensqualität gesichert und im Idealfall ausgebaut werden.

3. Leistungsmodul Hintergrunddienste

Da einige Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) in bestimmten Lebensphasen oder dauerhaft den Bedarf an Unterstützung in den Nachtstunden haben, ansonsten jedoch der Rahmen des Betreuten Wohnens bedarfsgerecht ausreichend ist, bietet der Wohnverbund Haus Agathaberg das Leistungsmodul Hintergrunddienste an. Gründe für die Notwendigkeit einer Nachtbereitschaft können sich beispielsweise aus einer massiv eingeschränkten Handlungsplanung, mangelnder Möglichkeiten zur Eigenstrukturierung oder dem Fehlen eines Tag-Nacht-Rhythmus' ergeben. Die vor Ort präsente Nachtbereitschaft ist in einem Bereitschaftszimmer am Mitarbeiterbüro erreichbar.