Beitrag

Angebote

Erziehungsstellen

Ein Junge turnt an den Turnringen

Erziehungsstellen sind Fachpflegefamilien, die  besonders entwicklungsbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche aufnehmen, betreuen und erziehen. Familien, Paare und Einzelpersonen mit einer pädagogischen Qualifikation bieten ein bis zwei Kindern einen familienanalogen fachlich-pädagogischen Lebensrahmen. Sie sind durch kontinuierliche Beratung in das Heilpädagogische Kinderdorf Biesfeld der Stiftung Die Gute Hand eingebunden.

Zielgruppe

Erziehungsstellen bieten sich grundsätzlich an für Kinder, die aufgrund ihrer Entwicklungs-und Verhaltensdefizite einen besonderen pädagogischen Umgang erfordern, die Zuwendung, Geborgenheit und Sicherheit eines familiären Lebensrahmens benötigen, für die jedoch eine Unterbringung in Pflegefamilien nach § 33,1 SGB VIII ausgeschlossen ist. Es handelt sich um Kinder/Jugendliche im Alter von 0 - 12 Jahren aus mehrfach belasteten Familien,

  • mit gravierenden Entwicklungsdefiziten im sozialen, emotionalen, körperlichen und/oder kognitiven Bereich
  • die einem erhöhten Entwicklungsrisiko ausgesetzt sind/waren z. B. durch den Drogenabusus oder der psychischen Erkrankung der Eltern
  • die Vernachlässigung und/oder Gewalt ausgesetzt waren, die zum Teil zu Traumafolgestörungen führen.
  • Die Beziehungsabbrüche und/oder Tod wichtiger Menschen erlebt haben mit den sich daraus entwickelten Beziehungsstörungen
  • Die bei der Verarbeitung und im Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie starken psychischen Belastungen ausgesetzt sind oder waren.

Für jüngere Kinder, die kurzfristig und für begrenzte Zeit eine Unterbringung mit diagnostischer Klärung zur Entwicklung einer langfristigen Perspektive benötigen, stehen Familiäre Bereitschaftsbetreuungen zur Verfügung.

Was bieten unsere Erziehungsstellen

  • Beratungsraum: Zwei hellbraune Sofas mit bunten Kissen stehen im Eck in einem hellen, freundlichen, im Orangeton gehaltenen Raum

    neben einer liebevollen, wertschätzenden und belastbaren Familienstruktur bieten sie einen pädagogisch strukturierten Rahmen
  • sie erkennen die individuelle Biografie jedes Kindes/Jugendlichen an und berücksichtigen diese bei allen pädagogischen Maßnahmen
  • Ressourcen werden erkannt und gefördert
  • Beziehungsangebote werden professionell gestaltet und auf Dauer angelegt
  • Normen und Werte werden dem Kind/Jugendlichen achtsam nahegebracht
  • Soziale und Emotionale Kompetenzen werden erkannt, gefördert und gestärkt
  • realistische Rollenkonzepte zur Entwicklung eines positiven Selbstbildes werden angeboten
  • Lern- und Entwicklungschancen im neuen Lebensumfeld werden gefördert und genutzt
  • Der Umgang mit eigener Körperlichkeit sowie geschlechtsspezifische Themen werden wahrgenommen und mit dem Kind/Jugendlichen bearbeitet
  • eine realistische Lebensperspektive, orientiert an den persönlichen Ressourcen, wird entwickelt und ggf. bis zur Verselbständigung begleitet
  • die Beziehung zwischen der Herkunftsfamilie und dem Kind wird achtsam wahrgenommen, Kontakte begleitet und ggf. eine Rückführung unterstützt

Beratung und Begleitung durch die Fachberatung

Die Erziehungsstellen werden individuell und intensiv von ihrer Fachberatung beraten und begleitet. Die Beratung erfolgt nach einem ganzheitlichen, prozessorientierten Modell und bedient sich systemischer Methodenvielfalt, die durch unser qualifiziertes Beratungspersonal gesichert ist. Die Beratungsarbeit umfasst konkret folgende Leistungen:

  • Die Beratung findet i. d. R. in 4-wöchigem Rhythmus in der Erziehungsstelle statt. Sie umfasst Einzelberatung sowie die Beratung unter Einbeziehung des gesamten Familiensystems
  • In Krisensituationen passt sich die Beratung dem individuellen Bedarf an, ggf. unter Einbeziehung eines Co-Beraters
  • Es werden regelmäßige Kontakte zum Kind/Jugendlichen gepflegt
  • Der Bedarf und ggf. die Organisation therapeutischer Hilfen für das Kind werden abgeklärt
  • Information und Beratung bei der Zusammenarbeit mit Institutionen im Lebensumfeld des Kindes werde sichergestellt (KiTa, Schule, Ausbildungsstätte, Therapie, Klinik)
  • Kontakte mit der Herkunftsfamilie, ggf. begleitete Besuchskontakte und Auswertungen
  • Erreichbarkeit in Krisensituationen außerhalb der dienstlichen Arbeitszeiten und am Wochenende (kein Bereitschaftsdienst)

Weitere Aufgaben der Fachberatung sind

  • Werbung, Auswahl und Vorbereitung von Erziehungsstellen
  • Prüfung und Bearbeitung von Aufnahmeanfragen

Download

Flyer Erziehungsstellen