Wechsel im Vorstand bei der Guten Hand

Mit dem Abschied von Korinna Kuhn geht eine Epoche bei der Stiftung die Gute Hand zuende: Als die gebürtige Westfälin am 1. August 1994 ihren Dienst in Biesfeld aufnahm, war das Stiftungs-Leben noch deutlich kompakter. Viele der heutigen Abteilungen innerhalb der Verwaltung gab es noch nicht. "Als ich hier ankam, war das noch eine andere Dimension", erinnert sich Korinna Kuhn an ihren Start bei der Stiftung Die Gute Hand. Sie hatte bereits in ihrem Studium Sonderpädagogik und Wirtschafswissenschaften unter einen Hut gebracht - und trat als Diplom-Kauffrau entsprechend gut gerüstet ihren Dienst im Heilpädagogischen Kinderdorf Biesfeld an. Zunächst als Verwaltungsleiterin baute sie in den kommenden Jahren neue Strukturen auf und begleitete das ständige Wachstum der Stiftung. Dazu gehörten die Gründung des Familienzentrums Die Gute Hand, die Übernahme von Haus Nazareth Leverkusen ebenso wie die Ergänzung um weitere Einrichtungen und Dienste. "Das war spannend und hat mir immer Spaß gemacht", sagt sie. Im Jahr 2011 - damals wurde die Leitungsebene neu strukturiert - übernahm Korinna Kuhn die Position des Kaufmännischen Vorstands bei der Stiftung Die Gute Hand.
Über viele Jahre leitete sie als Teil einer Doppelspitze im Vorstand die Geschicke der Stiftung - zuletzt mit Vorstandsvorsitzendem Christoph Ahlborn. "Wir sind sehr dankbar für den unermüdlichen Einsatz von Korinna Kuhn für unsere Stiftung und für ihr ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein", betont Christoph Ahlborn zum Abschied, "sie hat dazu beigetragen, dass die Stiftung heute ein bundesweit renommierter Träger der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe ist".
Korinna Kuhn verabschiedet sich zum 31. Juli 2026 in den Ruhestand. "Wir sind als Stiftung gut aufgestellt", befindet sie und erinnert an ihre eigene Leitlinie in all den Jahren: "Am wichtigsten sind immer die Menschen: vor allem die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in unseren Einrichtungen, aber auch die Mitarbeitenden."

Die Aufgabe des Kaufmännischen Vorstands bei der Stiftung Die Gute Hand übernimmt am 1. Juli 2026 Christoph Pelzer. Bereits seit 1. April hat der 51-Jährige einen Sitz im Vorstand. Mit der Übernahme der Leitungsaufgabe tritt er auch den Posten an der Doppelspitze an - und leitet nun gemeinsam mit Vorstandsvorsitzendem Christoph Ahlborn die Stiftung.
Dafür hat er viel Erfahrung im Gepäck: Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre stieg er in die Versicherungsbranche ein. "Mathematik, Zahlen, Logik: Diese Art zu denken, hat mir immer gefallen", sagt Pelzer. Große Versicherungshäuser und kleine Teams in Start-Up-Atmosphäre mit außergewöhnlichen Versicherungsfällen in der ganzen Welt: Christoph Pelzer sammelte wertvolle Erfahrungen im Finanzsektor. Rechnungswesen und Controlling, das Industrieversicherungsgeschäft und Personalfragen, die IT und immer mehr Führungsverantwortung: "Das waren herausfordernde 15 Jahre", erzählt er.
Dann erinnerte sich der Rheinländer an seine Wurzeln - an die Jugendarbeit in der katholischen Kirchengemeinde, an den Orgeldienst, seinen Einsatz als Messdiener und seinen Zivildienst in der Pflege. "Das hat mich auch geprägt", sagt er heute. Vor mehr als zehn Jahren ordnete er die Dinge dann neu, setzte neue Prioritäten und wendete dem Finanzsektor den Rücken zu. Christoph Pelzer wurde Verwaltungsleiter im Erzbistum Köln und war dabei auch für die Kindergärten verantwortlich. "Morgens kommen einem die Kinder entgegengelaufen und lachen dich an", sagt er, "das ist etwas ganz anderes als ständige Renditeerwartungen". Vom Erzbistum wechselte er zum Landesverband der Lebenshilfe, dann zum Landschaftsverband Rheinland (LVR) - als Leiter Finanzen und Controlling und operativer Kaufmännischer Vorstand.
Seit 1. Juli ist er nun als Kaufmännischer Vorstand bei der Stiftung Die Gute Hand im Einsatz. "Die Werte und das Leitbild stehen hier nicht nur auf dem Papier, sie werden gelebt", hat Christoph Pelzer nach intensiver Einarbeitung bereits entdeckt, "diese positive Grundhaltung gefällt mir". Er wolle sich nun erstmal Zeit nehmen, um anzukommen - hinsehen und zuhören. "Ich wünsche mir eine Begegnung auf Augenhöhe", sagt er. Ideen einbringen, Mitmachen, gemeinsame Umsetzung: "Ich war immer ein Freund des partizipativen Führungsstils".
Die Stiftung Die Gute Hand heißt ihren neuen Kaufmännischen Vorstand herzlich willkommen: "Wir freuen uns, dass Christoph Pelzer mit an Bord ist", sagt Vorstandsvorsitzender Christoph Ahlborn.
